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[DES] Auch ein goldener Käfig ist ein Käfig
300331 Arali'wa Raven-Kelley
Autor: Durana Filor

ORIGINAL:
Es war ein Gefängnis. Nichts anderes war es, auch wenn die Mauern unsichtbar und die Ausstattung luxuriös war. Das Anwesen lag direkt am Strand auf einer Welt, die einmal tropisch und wunderschön gewesen sein musste, jedoch Opfer eine Katastrophe geworden war. Die Welt hatte sich etwas erholt, war aber noch lange nicht das Paradies, die sie einst gewesen war. In einiger Entfernung ragte immer noch eine turmartige Anlage in die Höhe, auch wenn diese wohl an er Spitze abgebrochen war, als hätte man sie weggeschmolzen. Die Luft war feucht und warm, so dass der Aufenthalt im Freien durchaus angenehm war.

An die Terrasse, die sich zwischen den beiden, im rechten Winkel zueinander stehenden Flügeln des Haupthauses, erstrecke, schlossen sich zwei Schwimmbecken an. Eines der beiden war eher lang, zum ausdauernden Schwimmen gedacht, während das zweite offensichtlich nur zum Erholen diente. Am Rande des zweiten Beckens stand ein Liege mit Sonnenschirm, die für die Bewohnerin des Anwesens aufgebaut war.
Durana Filor betrachtete gelangweilt das Spiel der Wolke über den Horizont des Meeres. Die Eiswürfel in Ihrem Drink waren längst geschmolzen, doch mehr als zwei Schlucke hatte sie nicht genommen. Viel andere blieb ihr nicht übrig. Die Bibliothek des Anwesens war bestensfalls lückenhaft und ohne Zugriff auf die Logbücher und Borddaten der Destructor konnte sie ihren Bericht über die zwei Jahre außerhalb der Galaxis nur aus ihren Erinnerungen schreiben. Nicht, dass sie sich nicht erinnern konnte, aber Details fehlten sicher. Heartnet, dieser Emporkömmling, hatte gelächelt und sie ermuntert den Bericht zu schreiben. Dann hatten die Strumtruppen sie in das Langstreckenshuttle geschleppt und hier her verfrachtet.

Sie wusste immer noch nicht, wie der Planet hieß oder wie lange sie hier ihr Exil verbringen sollte. Die Bediensteten, die sie umsorgten sprachen nur das nötigste mit ihr.

So verbrachte sie ihre Tage damit am Pool zu sitzen und die kurzen Stunden, die ihr die Nutzung des Datenblock erlaubt waren, ihren Bericht weiter zu vervollständigen. Die erste Zeit hatte sie damit verbracht Daraay zu verdammen, dass er seine Mission erfüllen wollte und nicht ins Imperium zurückgekehrt war. Danach hatte sie Heartnet verflucht für seine Ursurpation des Thrones und die Umwerfung der Machtverhältnisse.
Sie wusste, dass sie etwas unternehmen musste. Nur hatte sie noch keine Idee, wie sie entkommen würde. Aber mit der Zeit ergäbe sich sicher eine Möglichkeit, eine Chance auf Genugtuung.
Ein Schatten fiel auf Ihre Beine. Einer der Diener, den sie erst seit kurzen zu Gesicht bekommen hatte, trat an ihre Seite und stellte ohne Aufforderung eine Schale mit Snacks auf den Beistelltisch der Liege. Die Langeweile trieb sie dazu den Vorgang genau zu beobachten. Sie stutzte hinter Ihrer Sonnenbrille. Hatte er kurz, fast unmerklich gezögert nachdem er die Schale abgestellt hatte? Sie schnaufte und blickte wieder in die Wolken. Sie wusste, dass sie nicht von ihrer Routine abweichen durfte.

Später am Abend saß sie in der Bibliothek und blickte sich einmal um. Wie immer war sie allein. Unmerklich ließ sie den winzigen Codezylinder in ihre Hand fallen und lächelte in sich rein. Egal was sich dahinter verbarg, es war eine Möglichkeit.


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